… nur tagelang Rad fahren, von morgens bis abends im Sattel, gewöhnlich in recht flottem Tempo. So, nur so behält man seine Träume!
(Christian Ude, Oberbürgermeister von München)
Die ursprüngliche Gruppe der ›Radlustigen‹ bestand aus 25 Geographen, die an der Universität Trier Raumentwicklung und Landesplanung studierten. Im Rahmen eines Forschungspraktikums zur Öffentlichkeitsarbeit im Verkehr haben sich die jungen Kreativen intensiv mit der Förderung des Fahrradverkehrs beschäftigt. Eine Analyse der Werbewirtschaft, früher wie heute, zeigte die Notwendigkeit der Sensibilisierung der Medien für dieses Thema. Um die bislang wenig erfolgreiche konventionelle Fahrradförderung zu revolutionieren, haben sie kurzerhand die Initiative ›Radlust‹ ins Leben gerufen.
Professionelle Unterstützung leistete Professors Heiner Monheim. Für ihn als passionierten Radfahrer und Mitbegründer des allgemeinen deutschen Fahrradclubs (ADFC) und des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) ist das Fahrrad Leidenschaft und Schwerpunkt seiner Forschungstätigkeit zugleich:
Das Fahrrad hat riesige Potenziale, in Deutschland und weltweit. Es sichert Effizienz und Verträglichkeit, Erreichbarkeit und Mobilität, schont Klima und Umwelt, spart Energie und Platz. Es bietet intensivstes Stadt- und Landschaftserlebnis, Individualität, Freiheit. Radlust pur. Einfach Aufsteigen und Losfahren.
(Prof. Dr. Heiner Monheim)
Die Radlust-Idee und mit ihr das kreative Team rund um Professor Monheim hat viele Orte aufgesucht und bei vielen Menschen die Lust am Radfahren neu geweckt. Zu den Highlights gehören zweifelsohne die Fahrradfachkonferenz Velocity 2007 in München, der evangelische Kirchentag 2007 in Köln, der Deutsche Geographentag 2007 in Bayreuth, die Messe FAHRRAD 2008 in Essen, der 2. Autofreie Sonntag in Hamburg 2008 sowie Auftritte im ARD Mittagsmagazin und der ZDF-Sendung ›sonntags‹.
Mehr als vierzig Großstädte, aber auch zahlreiche Klein- und Mittelstädte – nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich und der Schweiz – haben die Radlust-Macher mittlerweile besucht und die Ausstellung präsentiert, einen Vortrag gehalten oder gar eine lokale Kampagne ins Rollen gebracht. Das Echo gab ihnen Recht: Publikum und Gastgeber zeigten sich stets begeistert, forderten einmal sogar dazu auf, den Vortrag zu wiederholen. Radlust hat bis heute vielen Menschen auf das Fahrrad geholfen.
Die neue Euphorie blieb nicht ohne Folgen: Noch im ersten Jahr konnte sich die Initiative neben vier weiteren Projekten auf Rang zwei des jährlich verliehenen Preises ›best for bike – die fahrradfreundlichste Entscheidung des Jahres‹ platzieren. Im November 2007 hielt auch die Klimaschutz-Initiative CO2NTRA den Radlust-Ansatz für preiswürdig.
Im darauffolgenden Jahr übernahm das raumkom Institut für Raumentwicklung und Kommunikation die professionelle Betreuung der Initiative und schneiderte als Einstand der hessischen Großstadt Kassel eine Radlust-Kampagne nach Maß. Radlust-Motive waren nahezu überall im Stadtbild anzutreffen. Mittlerweile sind noch mehr deutsche Großstädte auf den Trichter gekommen, das Radfahren positiv zu promoten, und wecken mit je eigenen Kampagnen die Radlust ihrer Bürger – so etwa Nürnberg mit ›Nürnberg steigt auf‹ oder auch München als ›Radlhauptstadt‹.
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